„Wunderwasser“

Ob das unterirdische Quellenwasser, das in Adršpacher Felsen in großen artesischen Quellen sprudelt, wundertätig ist und die Blindheit, verschiedene Anschwellungen und Ausschläge, Unbeweglichkeit und Schmerzen heilen kann, das können wir nur vermuten. Auf jeden Fall glauben das viele Leute schon seit dem 13. Jahrhundert. Auf dem Gewissen hat es gewisser  Václav Richtermüller, der – mindestens wie er selber behauptet – in der hiesigen Steinstadt ein Wunder erlebte.

Im Jahre 1254 mieden die meisten Bewohner der unweit liegenden Dörfer die geheimnisvolle Landschaft mit durch den Urwald verwachsenen Felsen. Nur der Bauer Václav hatte ein Herz wie aus Stein und die seltsame „Stadt“ jagte ihm keine Angst ein. Er kürzte sich hier oft seinen Weg nach Hause, bis ihn eines Tages ein Sturm einholte. Aus dem schwarzen Himmel schüttete es, Blitze durchleuteten dunkle Wolken und es donnerte so nah, dass man denken könnte, dass es einem im Kopf dröhnt. Der Bauer versteckte sich in die nächste Höhle, aber es hörte nicht auf zu regnen. Es blieb dem Armen nichts anderes übrig als sich dem Element preiszugeben und er versuchte den Weg nach Hause im Regen zu finden. Gott wünschte dem Bauer aber nichts Gutes. Als Václav seinen Felsenversteck verließ, traf ihn der Blitz. Ohnmächtig sank er zum Boden.

Als der Bauer seine Geschichte im Dorf erzählte, war er nicht imstande zu sagen, wie lange er im Regen, der Dunkelheit und Kälte unter den Felsen lag. Er erinnerte sich nur an das bittere Erwachen – als er sich seinen nackten, verbrannten und schmutzigen Körper ansah, bemerkte er seine Kleidungsfetzen herumliegen. Er begab sich zu der nächsten Quelle, legte sich in das kalte Wasser und schlief wieder ein. Wie überrascht er aber war, als er in einen klaren sonnigen Tag aufwachte – ganz gesund.

Dem Wunder, den das Adršpacher Wasser verursachte, brauchen Sie nicht zu glauben. Übrigens, die Nachbarn glaubten ihm auch nicht, es soll im Dorf keinen Sturm gegeben haben und Václav habe sich alles in seiner Fantasie ausgedacht. Es gab aber manche, die ihm den Glauben schenkten. Die Nachricht über die Wunderquellen verbreitete sich schnell und die Leute kamen hierher, um sie an sich wirken zu lassen. Wie es auch war, das Wasser aus den Adršpach-Teplicer Felsen ist eigenartig; der Sandstein wirkt doch wie der feinste Filter. Schließlich können wir ihm für die hinreißenden Felsengebilde dankbar sein, die hier überall zu sehen sind. Es schuf sie Hand in Hand mit Frost, Wind und Gravitation.

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